Ehre, wem Ehre gebührt
22.08.2010
Eine kleine Hommage an Briti!
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Liebe Briti,
wir wünschen Dir zum Geburtstag (24.7.), aber natürlich auch für Dein weiteres Leben alles erdenklich Gute. Wahrscheinlich wirst Du noch vieles anpacken, denn Umtriebigkeit zeichnet Dich ja aus ;) Auch dafür wünschen wir Dir viel Erfolg.
Zu der (Lebens-)Party, die ab heute weitergeht, möchten wir die Chance nutzen, Deine Zeit bei uns einmal revuepassieren zu lassen und Dir schließlich auch zu danken für alles, was Du für das Team, aber auch vor allem für die (hoffentlich zukunftsträchtige) Sache geleistet hast.
Doch kehren wir zum Anfang zurück: Natürlich hattest Du 2006 schon Deine vermeintlich besten Handballjahre mit Bundesligaflair in Harrislee verbracht und auch schon ein wenig in der Bezirksliga für Lindholm „gedaddelt“. Nein, Du hättest nichts mehr ‚nötig‘ gehabt, musstest nichts mehr beweisen. Da wir aber mit dünnem Kader, doch großen Zielen unterwegs waren, sollten wir es doch wenigstens versucht haben, bei Dir anzuklingeln. Gabst Du mir noch vor der Bezirksligasaison 2006/07 eine ‚Abfuhrwatschn‘ („ … ich mach‘ jetzt in Nordic-Walking…“), so konnte ich mir dennoch nicht verkneifen, mit Auflegen des Hörers, Dir noch was Halbverbindliches zu entlocken: „ … aber wenn wir in die Aufstiegsrunde kommen, darf ich doch noch mal anrufen?“ – Ein „Jaja“ schallte mir entgegen und Deine Gedanken mögen in der Art „das schafft Ihr eh‘ nicht“ gewesen sein ;) Kurzum: Der ‚nervige‘ Coach rief tatsächlich im März wieder an und packte Dich bei der Ehre.
Damals wurde noch nicht jede mit offenen Brediarmen empfangen, waren schon skeptische Blicke und Reserviertheit ob ‚Der Brit Krüger von Nord‘ zu vernehmen. Das sollte Dich aber nicht schocken, probieren wolltest Du es! Dein erstes Spiel war dann ein Heimspiel gegen Lindewitt, 3 Tore die Auftaktausbeute. Im letzten Ligaspiel der Saison deutetest Du schon im 2. Bredispiel mit 8 Toren (in Kropp gg die Zweite) die Klasse vergangener Tage an.
Weiter ging’s in die Aufstiegsrunde und damit zum ersten kleinen Tiefpunkt Deiner ‚2. Karriere‘. Als Edeljoker vorerst auf die Bank gesetzt, solltest Du Juhra & Co. ab der 20. Minute richtig einheizen. Leider kam es nicht dazu. – Erste Aktion, ein Fehlwurf und eine Knöchelverletzung, … aus war’s mit der Aufstiegsrunde! – Übrigens (und wir kommen später noch drauf): Du hast nur 2 Mal (!!!) in 67 Spielen ne „0-Nummer“ gebracht, beide Male hast Du Dich in den ersten Aktionen so verletzt, dass Du mehrere Spiele ausgefallen bist.
Den Aufstieg haben wir dann trotzdem geschafft … und Du? … wolltest es entweder nochmal wissen, oder so (Verletzung und Nullnummer) nicht von der Bühne abgetreten sein ;)
Was folgte, war das schwere schwere erste Oberligajahr, mit kleinem Kader und ohne Meike. Natürlich haben alle ihren Anteil am Klassenerhalt, viele sehr viel gegeben, doch ohne Deine individuelle Leistungsstärke und Deine Tore … wir wären sicher abgestiegen. Alle 26 Spiele hast Du in der Saison absolviert und die Vizetorjägerkanone mit 149 Ligatoren (damals sogar noch sechs 7-Meter, Deinen letzten am 1.12.2007 in Lauenburg bei der legendären 28:24-Lauenburg-Sause geworfen) ergattert. Dazu kamen noch 15 Pokaltore in 3 Spielen. Für Deine erste Bredi-Saison hieß das: 164 Tore in 30 Spielen, 13 Siege, 3 Unentschieden und 14 Niederlagen. Deine Tor-Highlights waren mit jeweils 11 Treffern die Spiele gegen den Meister aus Neumünster (11 von 24 bei der knappen 24:27-Niederlage) und beim Saisonfinale in Jörl (11 von 22 bei der 22:28-Niederlage). Während Du Dich später beim Rekordsieg (53:29 gegen NMS II) mit 4 Toren im Stile einer Großen zurückhieltest, waren es gerade die „Schicksalsspiele“, wo Du zu großer Form aufliefest und alles für unsere Sache gegeben hast. Wer weiß, hätten alle den Klassenerhalt so sehr gewollt wie Du, wir hätten wohl nicht durch das Tal der Tränen und die unsicheren Minuten gehen müssen. – … ‚Drin‘ geblieben sind wir trotzdem … andere nicht ;)
Du konntest es also noch, Dein Körper spielte mit, ein bisschen Ruhm und Publicity tat sicher auch ganz gut … also? Noch ein Jahr! Durch die Neuzugänge (v.a. Jutta, Heimi, Miri, Burner) und den breiteren Kader sollte sich die Stress- und Abstiegsbedrohungslage schon früh entspannen. Nach 10:0-Punkten konnten wir locker aufspielen, den Auswärtspartytouren etwas fröhnen und befreit mitspielen. Das tat sicher gut und hatte tolle Momente: Der Wendesieg in Fockbek – Du mit 10 Dingern, „Sorry Rainer“; die Pokalschlacht mit Altona – wieder 10; die knappe Niederlage beim Meister in Altenholz – auch 10; unser 53:29; und der ‚Last-Minute-7-Meter-Jay-Sieg‘ am letzten Spieltag gegen Mölln – Du mit krönenden 11! Daneben gab es Deinen zweiten kleinen Tiefpunkt: Eine Schulterverletzung zang Dich, 5 Spiele zuzuschauen. Dass Du dem „Hamdorfer-Spaß-Debakel“ nur von der Bank us beiwohnen musstest, … wohl Strafe genug. Die interne Torjägerkanone ging somit an Meike, Du kamst aber in 22 Ligaspielen auf 135 Tore, warfst dazu in 3 Pokalspielen 19 mal Zählbares. Bilanz:15 Siege, 9 Niederlagen und 1 Unentschieden.
Das sollte es dann auch gewesen sein, hattest Du wohl den richtigen Riecher, auf einem weiteren Karrieregipfel „Adieu“ sagen zu wollen. Brav haben wir Dich dann verabschiedet, doch wahr haben wollten wir es noch nicht. Der Neubau und Ortswechsel nach Flensburg stand auf dem Plan. Dazu nahm Arno einen Trainerposten an, wie gesagt, Du ahntest wohl, dass es für 100% nicht mehr reichen sollte. Da wir aber jetzt die Herausforderung der Regionalliga wagten, konnten wir jede Leistungsfähige gebrauchen, … und das warst Du ja ohne Frage. Durch Deine OP stellten sich vorerst einige Fragen nicht. – Trotzdem folgtest Du dem „Hilferuf“ und wagtest es noch einmal! Im 10. Spiel stiegst Du bei der im Nachhinein schicksalhaften 27:28-Niederlage gegen Neubrandenburg (hätten wir die gewonnen, wir wären jetzt 3. Liga!) mit 3 Toren ein, um in der folgenden Partie beim Unentschieden gegen Owschlag mit 9 Toren den Legendenstatus wohl endgültig zu besiegeln. Weiterer Höhepunkt: Noch einmal 8 Tore von mittlerweile „Mutti Briti“ in Buxte beim sensationellen Unentschieden.
Hinten raus waren die Bedingungen wohl dann doch zu schwierig, weitere I-Tüpfelchen nicht mehr möglich. Leider setzte die dritte Verletzung Deiner Bredizeit dem ganzen dann ein etwas trauriges Ende. 5 Spieltage vor Schluss war es erneut eine Schulterverletzung, die Dich mit der zweiten „0“ endgültig vom Spielfeld nahm. Trotzdem: 38 Tore in 10 Regionalligaspielen … immerhin noch Platz 7 in der internen und Platz 97 in der RL-Torschützenliste. 2 Siege und 3 Unentschieden durftest Du bejubeln, 5 Niederlagen musstest Du mittragen.
Ein finaler und krönender Abschluss war Dir also leider nicht vergönnt. Doch wie gesagt: Du musstest schon 2007 nichts mehr beweisen … und hast es doch eindrucksvoll und über die Maßen getan!
3 mal 11 Tore, 4 mal 10, 6 mal 9, 4 mal 8 (insgesamt 1/4 aller Spiele mehr als 7 Tore!), 5 mal 7, 11 mal 6, 8 mal 5, 6 mal 4, 11 mal 3, 4 mal 2, nur 1 mal 1 (widrige Umstände in Kropp …) und die erwähnten 2 mal ohne Torerfolg … machen sage und schreibe 367 Tore in 67 Spielen im Bredidress.
Du hast einige Mitspielerinnen in so kurzer Zeit kommen und gehen sehen, andere durften Dich länger genießen. Du warst durchaus streitbar, nicht einfach, doch so sehr liebenswert, konsequent, 100% leistungsorientiert und absoluter Teamplayer. Es bleibt zu wünschen, dass Deine Anstrengungen nachhaltig für etwas gut sind, die heutigen ‚kleinen Mädels‘ noch davon profitieren können.
Briti … Du hast es allen noch einmal richtig gezeigt, wir werden Dich sehr vermissen. – Danke!
Ralf für Briti und die bredis

